Ein Jahr(zehnt) geht zu Ende – Mein Rückblick

Heute Nacht endet wieder ein Jahr und sogar ein ganzes Jahrzehnt! Das ist mir ehrlich gesagt erst vor ein paar Tagen so richtig bewusst geworden. Und dieses Jahr ist für mich persönlich auch wirklich der krönende Abschluss eines schwierigen, aufreibenden, emotionalen aber auch wundervollen und entwicklungsreichen Jahrzehnts!


Wenn ich zurückblicke und meinen Weg sehe, den ich gegangen bin, erfüllt es mich mit Stolz. Ich freue mich darüber so viele große Herausforderungen gemeistert zu haben, durchgehalten und nie aufgegeben zu haben, wunderbare, unbezahlbare Menschen an meiner Seite gehabt zu haben und Erfahrungen, positiv wie negativ, gemacht zu haben und an ihnen gewachsen zu sein!


Vor neun Jahren verlor ich meinen Bruder durch einen Autounfall. Ein Schicksalsschlag, der mein ganzes Leben veränderte. Dieser Tag stellte für mich die große Frage nach dem (Un-)Sinn des Lebens. Heute schaue ich zurück und mir ist klar geworden, dass das mein Startschuss war. Meine Reise begann dort. Das große „Warum?“, das ich mir seitdem gestellt habe, führte mich hierher.

Zuerst suchte ich mir selbst Hilfe und begann eine Therapie. Ein paar Jahre später war ich wesentlich gefestigter, verlor jedoch meinen Bürojob und ich versuchte mich danach zunächst im Callcenter, was überhaupt nichts für mich war. Dann fasste ich einen Entschluss: Ich will endlich richtig leben! Das Leben ist zu kurz, um ständig Dinge zu machen, die einen nicht erfüllen, ja sogar manchmal quälen. Also schmiss ich alles hin und meldete mich bei einer Schule an, um mein Abi in Vollzeit nachzuholen und zwar in der Fachrichtung Gesundes & Soziales, Schwerpunkt Sozialpädagogik.


Ich wollte endlich etwas machen, wofür ich mich wirklich interessierte, etwas das mir wirklich Spaß macht, womit ich mich ständig beschäftigen kann, ohne dass es irgendwann öde wird. Ich wollte Leidenschaft für eine Tätigkeit spüren! Da mich Psychologie und Soziales schon immer interessierte, war das genau mein Ding. Das wollte ich. Der Plan war mit dem Abschluss studieren zu können und dann in einen sozialen Beruf zu starten. Einfacher gesagt, als getan… Zu den finanziellen Herausforderungen kam hinzu, dass meine Familie ganz und gar nicht begeistert von meinem Vorhaben war. Ich war auf mich allein gestellt. Und doch war ich fest davon überzeugt, dass ich es tun muss und auch nichts anderes mehr für mich in Frage kommt. Also zog ich es durch!


In der Schule war ich 10 Jahre älter als alle anderen. Zuerst kam ich mir ziemlich blöd vor und ich war sowieso verunsichert, ob ich das überhaupt schaffen kann. Ich meine… ich war bereits zehn Jahre raus aus der Schule, keine Ahnung ob ich in den Stoff überhaupt wieder rein komme. Erinnern konnte ich mich auch kaum noch an irgendetwas, was ich damals gelernt habe. Doch schon bald merkte ich, dass meine Sorgen unbegründet waren. Denn meine bisherige Lebenserfahrung, Fleiß und mein Wille half mir durch das erste Jahr. Danach flutschte es förmlich. Alle Selbstzweifel waren dahin! Ich schrieb fast nur noch Einsen. Alles bis auf Mathe war voll mein Ding und mein gewachsenes Selbstvertrauen sorgte sogar dafür, dass ich meine Angst vorne vor anderen Leuten zu reden fast spielerisch überwand.


Während dieser Zeit, vor 5 Jahren, lernte ich auch einen neuen Mann kennen und lieben. Alles schien wie am Schnürchen zu laufen. Um meine Haushaltskasse während der Schulzeit aufzubessern begann ich nebenbei im Kino zu arbeiten. Meinen Abschluss machte ich mit 1,7. Doch meine Studienpläne erwiesen sich als nicht umsetzbar bzw. nicht das Richtige. Zum einen war ich finanziell ausgebrannt und sehnte mich wieder mehr nach einem „normalen“ Leben und zum anderen stellte sich heraus, dass Sozialpädagogik doch nicht so ganz das Studienfach war, welches wirklich zu mir passte. Aus heutiger Sicht ist mir noch mehr bewusst warum.


Also war ich wieder auf Arbeitssuche. Ohne Studium in den sozialen Sektor zu gelangen war gar nicht so einfach bis unmöglich. Daher versuchte ich meine Erstausbildung mit dem Sozialen zu verbinden, was auch gelang. Ich fand einen Bürojob in der Sozialwirtschaft in Hamburg. Der Arbeitsweg war lang, doch war er es zunächst für mich wert. Relativ schnell zog ich aber dichter an meine neue Arbeitsstelle heran. Ich verdiente recht gut wie ich fand und beschloss daher in ein Fernstudium zu investieren und begann die Ausbildung zur Psychologischen Beraterin. Und wieder: Ich spürte sofort – das ist voll mein Ding! Ich verschlang die Unterlagen und erzielte wieder Bestnoten.


Leider gab es nach dem ersten Jahr wo ich in Hamburg angestellt war viele Änderungen und Umstrukturierungen, die das Arbeitsklima schädigten. Zudem fühlte ich mich immer mehr in einer Position festgefahren, die ich eigentlich so nicht mehr haben wollte. Ich spürte immer mehr, dass ich auch dort aus der Rolle der „Büromaus“ nicht rauskam. Viele Dinge kamen zusammen und belasteten mein Wohlbefinden immer mehr. Ich hatte fast täglich furchtbare Kopfschmerzen, war unausgeglichen, müde und ständig gereizt.


Im Februar 2019 erlitt ich dann einen Hörsturz bereits auf dem Weg zur Arbeit. Ich arbeitete trotzdem den ganzen Tag, obwohl ich auf einem Ohr fast taub und mir ständig schwindelig war. Am Tag danach blieb ich zu Hause, doch schnell ging ich wieder zur Arbeit. Im März dann der zweite Hörsturz. Diesmal träumte ich sogar morgens im Halbschlaf noch davon nichts hören zu können und dabei auf der Arbeit zu sein. Als ich aufwachte, hörte ich tatsächlich nichts. Ich blieb gleich daheim und ging zum Arzt. Die Ärztin zu der ich ging sprach aus, was ich insgeheim schon die ganze Zeit wusste, aber nicht wahrhaben wollte: „Das kommt ganz klar von Stress.“


Da war ich nun. 30 Jahre alt, konnte kaum noch was hören, litt unter extremen Verspannungen und Kopfschmerzen, obwohl ich doch so viel über Psychologie und Gesundheit wusste.

Heute geht das Jahr 2019 zu Ende und ich kann wirklich sagen, dass dieses Jahr einen weiteren großen Wendepunkt in mein Leben gebracht hat. Es war ein hartes Jahr und doch ein Jahr, was mich noch einmal sehr wach gerüttelt und stark gemacht hat.


Durch meine eigene Krankengeschichte habe ich mich noch intensiver mit Psychologie, Gesundheit und vor allem dem Thema Stress auseinander gesetzt. Das Thema Ernährung und die Zusammenhänge zwischen Ernährung, Stress und Gesundheit rückten ebenfalls weiter in meinen Fokus und ich machte zusätzlich einen Kurs zur Ernährungsberaterin. Auch meine Ausbildung zur Psychologischen Beraterin endete dieses Jahr sehr erfolgreich für mich. Ich fühlte mehr und mehr was ich wirklich machen wollte. Der Entschluss zu kündigen und mich selbstständig zu machen fiel mir jedoch überhaupt nicht leicht. Meine innere Programmierung und meine Glaubenssätze quälten mich sehr. Doch ich spürte, dass ich meine Berufung gefunden hatte und wie damals als ich zur Schule gehen wollte, wusste ich, dass ich es einfach tun muss, egal welche Widerstände auf mich warten.


Die Widerstände ließen nicht lange auf sich warten. Gerade hatte ich mich berappelt und wollte als Freiberuflerin durchzustarten, da zerbrach meine fast fünfjährige Beziehung. Wieder ein Scherbenhaufen, den ich erst einmal zusammenkehren musste. Und doch hat mir gerade diese Zeit gezeigt wer ich wirklich bin. Ich war gezwungen mich noch mehr mit mir selbst auseinander zu setzen. Und dafür bin ich sehr dankbar, weil ich mir selbst näher gekommen bin.


Das Thema Abnehmen, welches mich ebenfalls die letzten zehn Jahre ständig begleitet hat, hat sich in diesem Jahr nun "von ganz allein geregelt". Seitdem ich bewusster lebe und mich von dem stressbelasteten Leben verabschiedet habe, das ich zuvor geführt habe, nahm ich einfach fast nebenbei ab.


Auf dem Bild kann man es extrem gut sehen! Im März: Hörsturz, krank sein etc. und dann habe ich mein Leben Stück für Stück geändert. Ich weiß so viel über Ernährung und Diäten, habe immer wieder abgenommen, aber auch wieder (fast alles) zugenommen. Ich war auch eine Stressesserin wie sie im Buche steht! Deshalb war der Schlüssel zum langfristigen Abnehmerfolg dann auch die Stressbewältigung, mehr Bewusstsein und Balance. Dadurch ist nicht nur mehr Ruhe in mein Leben eingekehrt, sondern auch in meine Ernährung. Mein Essverhalten und meine Einstellung zum Essen hat sich verändert, weil mein Denken sich verändert hat. Ich möchte gesund sein, mich wohlfühlen und mir und meinem Körper Gutes tun. Es gibt keine Verbote, aber ich überlege mir jetzt vorher ob es mir das jetzt wert ist und was mir gut tun würde.


Ich bin so dankbar für meinen Weg und meine Erfahrungen und möchte dies mit anderen Menschen teilen, damit sie von meinem Wissen und meinen Erkenntnissen profitieren und dabei trotzdem ihren eigenen Weg finden, um ihr Wohlfühlleben zu leben!


Das Jahr 2019 und das letzte Jahrzehnt darf jetzt gehen und ich freue mich auf neue Herausforderungen, Erfahrungen und Erfolge! Hallo 2020. Ich bin bereit!

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