Stress durch Fehlzeiten der Kollegen

Was kannst Du tun, wenn Du die Arbeit Deiner Kollegen bzw. fehlender Leute auffangen musst?


In der Erkältungszeit, aber auch unter anderen Umständen, kommt es manchmal zu Mehrarbeit, wo wir zusätzliche Aufgaben übernehmen, Vertretung oder Überstunden machen müssen. Das kann je nach Grad der Belastung und Dauer sehr stressig sein.


Daher ist mein wichtigster Tipp in solchen Fällen: Sorge gut für Dich!


(Achtung: Durchaus Trigger-Gefahr 😉)


Schaue, was DU tun kannst, damit es DIR gut geht und Du in Deiner Kraft bleibst. Das kann vielfältig aussehen, da jeder von uns individuell auf Stress reagiert und auch unterschiedliche Dinge benötigt, um sich wohl zu fühlen und leistungsfähig zu bleiben. Und am Ende weißt nur Du selbst, was Du brauchst. Übernimm daher in jedem Fall die Verantwortung für Dich und Dein Wohlbefinden und kümmere Dich selbstständig darum, dass es Dir gut geht und alles zur Verfügung hast, was Du brauchst. Das bedeutet unter Umständen auch klare Grenzen zu setzen und Nein zu sagen.


Wenn Dir das Grenzen setzen und Nein sagen noch schwer fällt, ist es spätestens jetzt an der Zeit dies zu üben. Ich weiß, dass das immer leichter gesagt als getan ist, aber es wird Dir viel Stress und Ärger ersparen, wenn Du hier Dein Selbstbewusstsein trainierst und steigerst. Warte nicht darauf, dass es Dir jemand abnimmt. Denn wenn Du ehrlich bist, weißt Du, dass niemand Deine Gedanken lesen kann und niemand Deine persönlichen Grenzen besser kennt als Du selbst. Deshalb darfst Du hier auch klar für Dich einstehen und das Gespräch suchen, wenn sich etwas nicht stimmig für Dich anfühlt.


Gut für Dich zu sorgen bedeutet auch, dass Du auch im Privaten darauf achten darfst, dass Du genug schläfst und Dich regelmäßig, ausgewogen und nährstoffreich ernährst. Nimm am Besten etwas zu Essen mit, damit Du das Essen nicht vor lauter Stress vergisst oder keine Zeit hast Dir etwas zu holen. Vielleicht kannst Du zu Hause größere Mengen kochen, damit immer etwas übrig bleibt, was Du am nächsten Tag mitnehmen kannst. Das ist immer besser als sich vor lauter Hunger über den Keksteller im Seminarraum herzumachen oder sich ein zuckriges Franzbrötchen vom Bäcker zu holen.


Mach genug Pausen und setze Prioritäten. Frag Dich trotz hoher Termin- und Arbeitsdichte (vor allem dann!): "Muss das wirklich sein?" Was ist wirklich wichtig?


  • Mach Dir eine Prioritätenliste und kümmere Dich um das, was gerade wirklich dringend und wichtig ist.

  • Verfalle nicht in Perfektionismus! Vor allem nicht, wenn es gar nicht Dein Kernbereich ist. Es ist okay, dass Du es nicht genau so gut machst wie die Kollegin, die es seit Jahren jeden Tag macht. "Better done than perfect." ist hier das Motto.

  • Und dann bleibt zur Not halt etwas liegen. Auch das ist okay, wenn es auf der Prioritätenliste nicht gerade ganz oben steht. Du tust Dein Bestes und das ist gut genug!

  • Sorge dafür, dass Du bekommst, was Du brauchst: z.B. konkrete Absprachen, Struktur und einen Plan, Klarheit und Informationen. Fordere es zur Not ein!

  • Delegiere Aufgaben und frag nach Hilfe, sofern das möglich ist. Das gilt am Arbeitsplatz genauso wie zu Hause. Bitte Deinen Partner oder Deine Kinder um Unterstützung im Haushalt oder beim Kochen. Erkläre ihnen, dass Du momentan viel zu tun hast und Dir Entlastung wünschst.

Ich empfehle Dir auch aus eigener Erfahrung gerade in stressigen Zeiten Dir ganz bewusst zu machen, was Du brauchst, um in Deiner Kraft zu bleiben und was Dir Energie schenkt. Sehr nützlich ist auch hier eine Liste. Ein "Notfallkoffer", wo aufgelistet ist, welche Stressbewältigungsstrategien Dir gut tun und bei Dir gut funktionieren. Oft haben wir in arbeitsreichen Phasen den Fokus ganz woanders und daher viele gute Dinge gar nicht mehr auf dem Zettel oder regelrecht ein Brett vor dem Kopf. Eine Liste erinnert uns wieder. Und dann heißt es auch unbedingt TUN. Sei es Dir wert etwas Gutes für Dich zu tun und wenn es nur 10 Min. in der Badewanne sind.


Ich lade Dich herzlich ein eigenverantwortlich zu handeln, denn das holt Dich heraus aus der Ohnmacht und macht Dich (wieder) handlungsfähig. Es gibt zwar viele Umstände im Leben worauf wir erstmal keinen Einfluss haben, aber wenn wir unsere Aufmerksamkeit darauf lenken, was WIR SELBST TUN können, wird uns bewusst, dass da ganz ganz viele Dinge sind, die wir durchaus in der Hand haben und so gewinnen wir ein Stück Freiheit und Selbstbestimmtheit zurück.


Brauchst Du Unterstützung oder hast Du Fragen? Schreib mir gern eine Nachricht.

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