Warum Dinkel statt Weizen?

Dinkel war lange Zeit in Vergessenheit geraten, erfährt aber nun schon seit einigen Jahren seine wohlverdiente Renaissance. Dinkel gilt – selbst bei Nahrungsmittelallergien – als äußerst verträglich und scheint eine insgesamt harmonisierende Wirkung auf den Körper, insbesondere auf die Verdauung zu haben.


Hildegard von Bingen und der Dinkel


Dem Dinkel wies Hildegard von Bingen eine rundum positive Subtilität zu, was schon allein daran zu erkennen ist, dass Dinkel während jeder ihrer drei Fastenkuren erlaubt war. Selbst während des „Hildegard-Fastens“, ihrer strengsten Fastenform, die nur aus Flüssignahrung bestand, durfte man immerhin Dinkelkaffee trinken.


Die neue Aktualität des Dinkels ist aufs Engste mit der Wiederentdeckung der Hildegard-Medizin verknüpft – ja, man kann fast sagen, dass die Heilige Hildegard von Bingen (1098 – 1179) dieser Getreideart posthum "das Leben gerettet hat", denn Dinkel bildet eine der Hauptsäulen ihrer Ernährungslehre.


Dinkel vs. Weizen: Die Inhaltsstoffe


Zwar sind die Unterschiede in Bezug auf den Gehalt an Nährstoffen nur gering, dennoch liegt hier Dinkel-Getreide vorne. Hier ein Vergleich des Eisen- und Magnesiumanteils auf 100 Gramm:

Dinkel: 4,2 mg Eisen – Weizen: 3,3 mg Eisen

Dinkel: 130 mg Magnesium – Weizen: 97 mg Magnesium


Auch Spurenelemente wie Zink, Kupfer und Mangan befinden sich in Dinkel in höherer Konzentration als in modernem Weizen. Hinzu kommt Kieselerde, die in Dinkel in relativ großen Mengen enthalten ist. Kieselerde, auch bekannt als Silizium oder Silicea, wird besonders in der Homöopathie gerne eingesetzt, um Haut, Haare und Nägel nachhaltig zu stärken und dem körpereigenen Gewebe wieder mehr Elastizität zu verleihen. Zudem wird Dinkel ein höherer Gehalt an Vitaminen, vor allem B-Vitamine, Aminosäuren und Fettsäuren zugeschrieben.


Natürlich kommt der Dinkel als Bestandteil einer gesunden Ernährung bevorzugt in seinen Vollkornvarianten in Frage und weniger in Form von Weissmehlprodukten.


Die Bezeichnung "Weissmehl" umfasst nämlich schon lange nicht nur das Weizenmehl, sondern auch das Dinkelmehl – und zwar dann, wenn ihm Keim und Randschichten genommen wurden.

Das hellste Dinkelmehl trägt die Bezeichnung Type 630 (beim Weizen ist das hellste Mehl die Type 405).


Die Typenzahl gibt Auskunft über die Restmenge der im Mehl noch enthaltenen Mineralstoffe. Ein Weissmehl mit der Typenzahl 405 enthält also pro 100 Gramm noch 405 Milligramm Mineralstoffe. Man kann somit sagen, dass im Dinkel-Weissmehl noch ein wenig mehr Mineralstoffe enthalten sind als im Weizen-Weissmehl.


Der Griff zum Dinkelmehl lohnt sich aber nicht nur gesundheitlich, sondern auch geschmacklich: Dinkel schmeckt nussig und ist deutlich aromatischer als Weizen. Dinkelmehl kann in allen Mehlspeisen und Backwaren genauso verwendet werden wie Weizenmehl.


Im Handel gibt es Dinkel aber nicht nur als Mehl. Auch pure Dinkelkörner zum Kochen als Beilage, Flocken fürs Müsli oder fertiges Dinkelbrot oder –gebäck finden sich in den Regalen. Und man kann leckere Speisen mit dem Korn zubereiten.

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