Warum Du Stress empfindest, wenn Du nicht Du selbst bist bzw. nicht Dein wahres Ich lebst...

Zu diesem Titel gab es ja bereits ein #DonnerstagsLive. Jedoch möchte ich hier noch einmal eine Zusammenfassung meiner Gedanken und Impulse für Dich mit Dir teilen.


Wenn wir nicht wir selbst sein können und nicht unser wahres Ich (aus)leben, entsteht in uns emotionaler Stress. In der Psychologie werden neben Authentizität auch der Begriff Kongruenz benutzt. Bei der Authentizität geht es um die Persönlichkeit, die in sich und nach außen stimmig ist. Kongruent ist man, wenn man sich seiner Gefühle entsprechend verhält und nicht gegensätzlich. Zum Beispiel nicht lacht obwohl man traurig ist.


Wenn wir nicht leben, was wir und wer wir sind, dann kostet uns das eine große Anstrengung. Etwas sein zu wollen, das z.B. einem falsch verstanden Idealbild entspricht, kostet sehr viel Kraft, bindet Ressourcen und generiert Ängste, Druck und Stress.


Doch allzu oft erscheint es uns einfacher sich einfach anzupassen, keinen Wirbel zu machen und nicht mit jemandem anzuecken. Um des vermeintlichen lieben Friedens willen sagen wir sehr oft Ja obwohl wir lieber Nein gesagt hätten. Oder wir erhalten Kritik und zweifeln dadurch an uns selbst und richten uns dann (noch mehr) nach Anderen. Doch was passiert dann? Du hast vielleicht Frieden im Außen gestiftet, aber einen Krieg in dir selbst angefangen.


In manchen Situationen ist es eben so: Entweder Du sprichst es aus und riskierst alles zu verlieren oder Du schweigst und verlierst auf Dauer Dich selbst.

Ich möchte Dich ermutigen zu Dir selbst zu stehen. Zum einen malen wir uns die Situationen, die wir befürchten meistens viel zu dramatisch aus, als sie am Ende in der Realität dann sind. Zum Anderen ist nicht alles, was man verliert wirklich ein Verlust. Das ist eine meiner eigenen persönlichen Erkenntnisse, die mich zuerst viel Schmerz gekostet hat. Doch dieser Schmerz war heilsam.


Wir haben immer Angst VOR etwas. Wir steigern uns manchmal so in unsere Angst hinein, sodass wir es am Ende sogar schaffen die Katastrophen förmlich anzuziehen.

Daher ist es wichtig diesen Kreislauf zu durchbrechen. Ich empfehle Dir Dich so oft wie möglich in eine Beobachterrolle Deiner eigenen Gedanken und Gefühle zu bringen.


Du kannst Dir z.B. vorstellen, wie Du Dich selbst von außen beobachtest, in dem Du über Dir schwebst und Dich von oben betrachtest. Höre Dir selbst beim Denken zu. Was fühlst Du? Rast Dein Herz? Kribbelt die Haut? Spricht Dein innerer Kritiker oder vielleicht Dein innerer Beschützer?


Deine körperliche Reaktion signalisieren Dir, dass Du in den Überlebensmodus geraten bist. Nimm das einmal für Dich wahr ohne zu werten. Sage Dir stattdessen: Ist ja interessant. Ich bin im Überlebensmodus.


Realitätscheck


Ist ja interessant. Ist mein Überleben wirklich gefährdet, wenn ich das jetzt mache? Wenn Du ganz ehrlich zu Dir selbst bist: In den allermeisten Fällen ist die Antwort Nein!

Wir reagieren ständig so, wenn wir etwas Neues machen (wollen). Weil wir von unserem üblichen Pfad abweichen, weiß unser System nicht, ob wir das "überleben". Es will uns nur beschützen, weil alles was neu ist, gefährlich aussieht, denn mit dem Alten, egal wie schmerzhaft und blöd es auch ist, kommt unser System ja irgendwie zurecht. Uns sind unsere alten Muster so lieb, weil wir sie einfach schon so lange gewohnt sind. Unser Gehirn und unser Körper haben sich an alte Prozesse gewöhnt und wissen eben damit umzugehen - egal wie ungesund sie sind. Daher: Nimm es bewusst wahr und dann selbst in die Hand. Überlebst Du wirklich nicht, wenn Du für Dich selbst einstehst?


Jeden Tag in die Angst rein


Wie schafft man es aus der Angst heraus? In dem man durch sie hindurch geht. Ja, ich weiß. Das ist nicht das, was Du hören wolltest. Es kostet Mut und Überwindung. Vielleicht bietet Dir Deine Situation ja die Möglichkeit klein anzufangen. Wenn Du kleine, regelmäßige Erfolge feierst, steigerst Du Dein Selbstvertrauen und kannst Dich schon bald an die großen Herausforderungen heranwagen.


Ein Trick, den ich von vornherein und bis heute IMMER anwende: Hör auf mit Dir selbst zu diskutieren und just do it! Mach es einfach. Augen zu und spring! Das kannst Du überall anwenden. Eine unangenehme Aufgabe ist zu erledigen? Nicht nachdenken, machen! Triff eine Entscheidung und dann lass los. Rede dabei liebevoll mit Dir selbst. Schreibe Dir positive Affirmationen auf Post-its und hänge sie an Orten auf, wo Du sie gut sehen kannst. Ein paar Beispiele:


"Ich darf mich durchsetzen! Ich kläre Stress im Außen, nicht im Inneren."

"Ich treffe eine Entscheidung und lasse dann los."

"Ich erledige meine Aufgaben mit Leichtigkeit."

"Ich gebe immer mein Bestes und das ist genug."


Stelle Dich jeden Tag Deinen Herausforderungen und führe positive und liebevolle Selbstgespräche. Es wird Dir jeden Tag leichter fallen. Du wirst jeden Tag selbstsicherer und kannst Dich Stück für Stück an größere Herausforderungen heranwagen. Alles was Du tun musst: FANG AN! Tu' es. Wenn Du es nicht tust, wird sich nichts verändern.


Nimm Kritik an, aber nimm sie auch zum Anlass zu Dir selbst zu stehen. Du musst nicht "everybody's darling" sein. Im Gegenteil: Du verschaffst Dir auf Dauer Respekt, in dem Du Dich nicht verunsichern lässt.



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