Was hat Stress denn mit Ernährung zu tun?

Stress ist nicht nur das, was wir emotional spüren und empfinden. Stress ist eine körperliche Reaktion und spielt sich auf Zellebene ab!

Wie Stress entsteht


Wenn wir Stress empfinden, werden in unserem Körper sogenannte Stresshormone ausgeschüttet.

Unser Gehirn meldet "Gefahr"; ausgelöst durch einen sogenannten Stressor. Das kann etwas von außen sein wie Lärm, ein Überfall, Kälte, Wärme oder Nahrungsmangel. Oder etwas Körperliches wie Krankheiten, Schlafmangel, hormonelle Veränderungen oder ungesunde Ernährung sein. Ein Stressauslöser kann aber eben auch psychischer Natur sein, also unserer Wahrnehmung entspringen wie z.B. perfektionistisches Denken, negative Gedanken, Ängste oder unerfüllte Erwartungen.


Empfinden wir Stress werden Stresshormone ausgeschüttet


All diese Stressoren lösen für uns spürbaren Stress aus, der sich aber eben in unserem Körper abspielt. Unser Körper schaltet bei wahrgenommener Gefahr in einen Überlebensmodus, der bereits zu Urzeiten lebenswichtig war. Man kennt ihn unter dem Namen "Kampf-oder-Flucht-Mechanismus". Dabei sendet unser Gehirn ein Signal an unsere Nebennieren, die daraufhin sofort Stresshormone ins Blut abgeben.


Zu diesen gehören vorrangig das Adrenalin, Noradrenalin, Dopamin und Cortisol. Die natürlichen Gegenspieler zum Stressabbau sind DHEA und Serotonin.


Cortisol: Cortisol ist den meisten auch als das Medikament Cortison bekannt. Cortisol ist eines unserer wichtigsten Stresshormone und wird in der Nebenniere gebildet. Die Hauptfunktion des Cortisols ist bei einer Belastungssituation Energie in Form von Glukose bereit zu stellen. Dazu wandelt es manchmal sogar unsere Muskelmasse in Zucker um. Cortisol wirkt immunsuppresiv und antientzündlich, was auch zu einer Verminderung der Schmerzwahrnehmung führt.

Die normale Cortisolproduktion unterliegt einem bestimmten Tagesrhythmus. Morgens nach dem Aufstehen gibt es einen Anstieg, um den Körper an die bevorstehende Tagesbelastung anzupassen.

Durch einen regelmäßigen und gesunden Wechsel zwischen Anspannung und Entspannung hemmt das Cortisol selbst die Stresshormonausschüttung. Dies passiert jedoch nicht bei chronischem Stress! Wenn es keine Entspannungsphasen für die Regeneration mehr gibt, wird ständig zu viel Cortisol in den Kreislauf gebracht und die Nebenniere arbeitet dauerhaft auf Hochtouren, was sie irgendwann erschöpfen wird bis sie die Cortisolproduktion drastisch reduziert. Die Folge sind gesteigertes Schmerzempfinden, Müdigkeit und Stressintoleranz.


Dopamin sorgt für Konzentration, Wahrnehmungsfähigkeit, geistige Leistungsfähigkeit und koordinierte Motorik. Ein ständiger Überschuss bei gleichzeitigem Serotoninmangel führt zur zentralen Erschöpfung und schneller Ermüdbarkeit. Ein Dopaminmangel führt dazu zu Muskelschwäche, Motivationsverlust und Tagesmüdigkeit, aber auch zu Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen sowie Vergesslichkeit.


Noradrenalin fördert die Aufmerksamkeit und Konzentration und ist wichtig für die zeitliche und räumliche Orientierung. In direkter Wechselwirkung mit Cortisol ist es maßgeblich an der Steuerung der Reaktion auf Stress und der Anpassung des Körpers auf eine körperliche und geistige Belastung beteiligt. Hält die Belastung dauerhaft an, kommt es analog zum Cortisol zu einem starken Mangel.


Adrenalin ist wohl das bekannteste dieser drei Neurotransmitter. Es steigert den Blutdruck und die Herz- und Atemfrequenz, die Aufmerksamkeit und Konzentration sowie die Durchblutung zentraler Organe. Durch Adrenalin wird die Magen-Darm-Peristaltik gehemmt. Ist die Nebenniere durch chronischen Stress erschöpft, kommt auch die Adrenalin-Produktion zum Erliegen. Das führt dann zur allgemeinen Erschöpfung und Antriebsschwäche.


Die Gegenspieler DHEA und Serotonin:


DHEA gilt als Anti-Stress-Hormon und wird in der Nebenniere aus Cholesterin gebildet. Chronischer Stress behindert aber die Mitochondrien es herzustellen.


Serotonin ist das Gute-Laune-Hormon und wirkt positiv auf die Stimmungslage und steigert die Motivation und die körperliche Leistung. Es wirkt entspannend, schlaffördernd und antidepressiv. Bei Stressreaktionen wird Serotonin erstmal verstärkt gebildet, doch ist die Belastung langanhaltend, reduziert sich die Serotoninkonzentration deutlich.

Ein Mangel an Serotonin führt unter anderem zu Schlaflosigkeit, Essstörungen, unspezifische Gewichtszunahme, unspezifische Bindegewebsschmerzen (Fibromyalgie), Migräne, Angstzuständen, Depressionen und Aufmerksamkeitsstörungen.


Unser Körper braucht Nährstoffe zur Bildung von Hormonen


Was hat das alles aber nun mit unserer Ernährung zu tun? Nun: Die Ausschüttung der verschiedenen Hormone kann aber nur erfolgen, wenn der Körper auch ausreichend Material hat, um diese Hormone zu bauen. Das bedeutet also, dass ein Ausgebrannt sein und eine Erschöpfung auch auf Zellebene stattfindet. Um die Neurotransmitter Dopamin, Adrenalin und Noradrenalin und deren Gegenspieler DHEA und Serotonin herzustellen, benötigt der Körper die nötigen Baustoffe, die wir in Form von Nährstoffen über unsere Nahrung aufnehmen müssen. 

Ein Mangel dieser Nährstoffe führt dazu, dass die Hormone nicht mehr gebildet werden können. Und eine vermehrte Hormonausschüttung kann wiederum einen Mangel der genannten Nährstoffe hervorrufen.


Dopamin, Noradrenalin uns Adrenalin sind im engen Zusammenspiel die wichtigsten Neurotransmitter bei einer Stressreaktion und benötigen als Grundbausteine Aminosäuren und für die Produktion Mikronährstoffe wie Vitamin B6, Magnesium, Folsäure, Vitamin C und Kupfer. Ein Defizit an einem oder mehrerer dieser Stoffe führt also zu einem Mangel der entsprechenden Neurotransmitter, weil die Synthese nicht erfolgen kann.


Und dies ist nur ein kleiner Einblick in die Zusammenhänge der körperlichen Prozesse bei seelischem Ungleichgewicht und Stress. Es zeigt wie enorm wichtig eine gesunde, vitaminreiche und ausgewogene Ernährung für unsere Gesundheit ist und dass man an genau diesen "Stellschrauben" drehen und sich etwas Gutes für sich tun kann. Es gibt noch andere Parameter, die bei Stress im Körper eine Rolle spielen. Doch rein darauf bezogen, was bei einer Stressreaktion im Körper passiert, ist es doch erstaunlich was alles im Körper in Gang gesetzt wird und welche Auswirkungen dies (langfristig) hat.


Ein bewegungsarmer, stressreicher Lebensstil kombiniert mit einer unausgewogenen, nährstoffarmen Ernährung können auf Dauer nur schief gehen. Es ist essenziell für unsere Gesundheit eine Balance zu finden und uns gut zu versorgen. Bereits bei anfänglichen Symptomen und Verdacht auf Nährstoffunterversorgung lohnt sich meiner Meinung nach ein Labortest, um seine Werte bestimmen zu lassen und ggf. mit qualitativ hochwertigen Nahrungsergänzungsmitteln auszugleichen. Der Hauptteil der Mikronährstoffe sollte jedoch immer aus der täglichen, frischen Ernährung kommen. Mach den ersten Schritt und bleibe gesund!

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